Vereinsgeschichte

Von der Heimwehr zum Schützenverein

Um die Zeit nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 war der Tücking noch schwach besiedelt. Es gab nur wenige Bauernhöfe und einige kleinere landwirtschaftliche Betriebe. Die Frauen verrichteten dort meistens die Hofarbeit, während die Männer in der heimischen Kleineisenindustrie beschäftigt waren.Gegen Ende des Krieges fanden sich in dünn besiedelten Gegenden Banden, die plündernd und raubend umherzogen. Diesem Unwesen mußten auch die Tückinger entgegentreten. So fanden sich die männlichen Bewohner des Tückings, dies waren im wesentlichen die vier Familien Blankenagel und die Familien Lollert, Schmalenbach, Esken und Spratte, im Herbst 1871 bei dem Bauer Kalthof zusammen und gründeten eine Heimwehr. Diese Selbstschutzorganisation muß sehr erfolgreich gearbeitet haben, denn seit dem wird in der Chronik nicht mehr von Bandenüberfällen berichtet. Die Mitglieder der Heimwehr blieben zusammen und gründeten am 2. September 1872 den Tückinger Schützenverein, nicht zuletzt mit dem Ziel, weiterhin, wenn es nötig war, für Ordnung zu sorgen.. Den Vorsitz übernahm Karl Schmalenbach aus dem Hilkesrode. Bereits 1873 wurde die Vereinsfahne geweiht, welche die Inschrift “Üb Aug und Hand für´s Vaterland” trug. Diese Fahne ist heute noch im Schützenheim zu bewundern.

 

Die Entwicklung nach der Gründung

In den Jahren nach der Gründung nahm der Verein einen steilen Aufstieg. Schon 1874 wurde das erste Schützenfest gefeiert. Als Schützenplatz diente eine Wiese des Bauern Kalthof neben dem Brunnen der Schule Tücking. Ein 600 qm großes Festzelt wurde für die vielen Besucher errichtet, die den ersten Schützenkönig des Vereins, Fritz Pickhard von der Philippshöhe, feiern und bewundern wollten. Den Vorsitz des Schützenvereins übernahm 1875 für über 27 Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1902, der Lehrer an der Schule Tücking, Hermann Hucke. Er wird als zielbewußter Mann geschildert, der durch seine Vereinsführung wesentlich zur Weiterentwicklung des Schützenwesens beitrug.

1875 wurde die Gaststätte Blankenagel zum Vereinslokal gewählt. Einen Schießstand hatte der Verein zunächst beim Bauern Lollert auf dem Löhn errichtet. Aufgrund mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen wurde der Stand kurze Zeit später zum Sembach verlegt, ebenfalls auf dem Eigentum des Bauern Lollert. Da auch hier die Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichend waren, wurde der Schießstand auf den Besitz der Familie Blankenagel verlegt, wo er sich bis heute noch befindet.

In regelmäßigen Abständen wurden Schützenfeste abgehalten. So war der zweite Schützenkönig 1883 der Bauer Tonscheid. Ihm folgten 1889 D. Esken, 1896 August Friedhoff und 1901 Fritz Lollert vom Löhn, der Klara Moll vom Berge zur Königin nahm.

Im Laufe der Jahre erfreute sich der Schützenverein eines großen Mitgliederzuwachses, so kam es, daß um die Jahrhundertwende die Mitgliederzahl auf über 100 angewachsen war.

 

 

Wechselvolle Zeiten von 1902 - 1925

 Nach dem Tod des Vorsitzenden Hermann Hucke übernahm Karl Moll vom Kuhlerkamp dieses Amt bis 1906. In seine Amtszeit fiel das Schützenfest 1904. Hier gelang es August Lollert vom Dreisch den Vogel abzuschießen, seine Königin wurde Agnes Lollert aus Hagen. 1906 übernahm Heinrich Kottenhoff den Vorsitz des Vereins. Die folgenden Schützenkönige waren 1907 Fritz Schmidt und Schützenschwester Frau Kädig, 1910 Heinrich Kottenhoff nebst Gattin, 1913 Georg Weise nebst Gattin. Am 2. Oktober 1914 verunglückte, auf einer Geschäftsreise in Holland, der 1. Vorsitzende Heinrich Kottenhoff tödlich. In der Zeit des 1. Weltkrieges 1914 bis 1918 ruhte der Schieß- und Vereinsbetrieb völlig. In dieser Zeit wurden viele Schützenbrüder eingezogen, 11 von ihnen sind gefallen. Nach Beendigung des Krieges fanden sich 1918 wieder einige Schützenbrüder zusammen, die den Schützenbruder Jüde zum Vorsitzenden wählten, das Vereinsleben wurde wieder aktiviert. Bereits 1919 übernahm Max Rasche das Amt des 1. Vorsitzenden. Unter seiner Leitung feierte man 1922 das nächste Schützen- und Volksfest im bereits 1500 qm großen Festzelt. Schützenkönig wurde Albert Lollert, der Frau Tophofen zu seiner Königin erkor. In diesem Jahr wurde das Sommerkönigschießen geboren. Von nun an wurde jedes Jahr ein kleines Schützenfest gefeiert, um den Sommerkönig zu ermitteln. Diese Tradition wird bis heute fortgeführt. Das nächste große Schützenfest fand im Jahr 1925 statt. Schützenkönig wurde Fritz Blankenagel, der seine Gattin zur Königin nahm.

 

 

Grundsteinlegung zum Neubau des Schützenheims

1926 war für die Weiterentwicklung des Tückinger Schützenvereins von entscheidender Bedeutung. In der Generalversammlung beschlossen die Mitglieder einstimmig den Bau eines Schützenheimes und eines neuen Schießstandes mit einer Schußbahn von 175 m Länge. Nach kurzer Bauzeit wurde der Schießstand im Herbst 1926 eingeweiht. Zwei Jahre später erhielt die Anlage einen Kugelfang. Das Kleinkaliberschießen konnte damit unter Berücksichtigung der Sicherheitsbestimmungen durchgeführt werden. Es hatte sich schnell herumgesprochen, daß hier eine mustergültige Schießanlage entstanden war. Viele Vereine und Verbände traten an den Tückinger Schützenverein mit der Bitte um Schießerlaubnis heran. In dieser Zeit trat dann auch das sportliche Geschehen in den Vordergrund.

Beispielhaft für die Verbundenheit des Schützenvereins mit anderen Vereinen und Organisationen war das Schützenfest 1928. Hier mietete der Schützenverein zusammen mit dem landwirtschaftlichen Kreisverein ein Festzelt, worin der Kreisverein am letzten Wochenende im Juli sein Jahresfest abhielt und der Schützenverein am darauffolgenden Wochenende sein Schützenfest veranstaltete. Organisator dieser Doppelveranstaltung war Max Rasche, der während dieser Zeit das Amt des Vorsitzenden an den Schützenbruder August Bölling abtrat. Zu diesem großen Schützenfest wurde erstmalig eine 15 m hohe Vogelstange vor dem neuen Schützenheim aufgestellt. Hauptkönig in diesem Jahr wurde Wilhelm Moll, der Fräulein Asbeck aus Haspe zur Königin nahm.

 

Reges Vereinsleben in den 30er Jahren

Aus der Zeit um 1930 wird erneut von einem regen Vereinsleben berichtet, so wurden hier Kleinkaliberschießen zu Weihnachten und Ostern und Kompanieschießen in den Sommermonaten abgehalten. An die Vergleichsschießen schloß sich im Herbst eine kleine Feier an.

In den folgenden Jahren warfen äußere Einflüsse wieder ihre Schatten voraus. Die Weltwirtschaftskrise beeinträchtigte das Vereinsleben erneut. Nach dem 30. Januar 1933 mußte vielerorts gänzlich umgestellt werden. Die neuen Verhältnisse in Deutschland konnten das Vereinsleben aber nicht zum Erliegen bringen, 1937 wurde erneut ein Schützenfest gefeiert. Der damalige Lehrer an der Schule Tücking, Walter Kleimann, errang die Königswürde und nahm seine Gattin zur Königin. Dieses wiederum in einem Zelt abgehaltene Schützenfest sollte für lange Zeit das letzte sein, welches auf dem Tücking gefeiert wurde. 1938 legte der Vorsitzende Max Rasche nach fast 20 Jahren Vereinsführung sein Amt in der Jahreshauptversammlung nieder. Die Versammlung wählte daraufhin Walter Kleimann zum 1. Vorsitzenden des Vereins. In diesem Jahr bildete ein kleines Schützenfest dann den endgültigen Abschluß vor dem II. Weltkrieg. Dieses Fest wurde im Saal des Schützenbruders und Vereinswirtes Fritz Hedtmann gefeiert.

 

Der 2.Weltkrieg und seine Folgen für den Tückinger Schützenverein

Auch vor den Tückinger Schützen machte der II. Weltkrieg nicht halt. Schon zu Beginn wurden viele Schützenbrüder, unter ihnen auch der Vorsitzende Walter Kleimann, eingezogen. Während seiner Abwesenheit übernahm Fritz Dahlbüdding den Vorsitz.

Nach Ende des Krieges lag zunächst eine lähmende Ungewißheit über dem Schützenverein. 14 Schützen waren gefallen, unter ihnen Walter Kleimann. Das Schützenheim, erst 1926 errichtet, war derart beschädigt, daß eine weitere Nutzung nicht ohne weiteres möglich war. Zusätzlich verboten die Alliierten generell die Ausübung des Schießsportes bzw. jegliche Vereinstätigkeit.

Unter dem Eindruck dieser Geschehnisse erklärte sich der Schützenverein 1948 bereit, das zerstörte Schützenheim der evangelischen Kirchengemeinde zur Verfügung zu stellen. Die Kirchengemeinde renovierte das Heim von Grund auf. Ein Glockenturm wurde errichtet.

 

Neubeginn nach dem Krieg

Als 1950 die damalige Militärregierung den Schießsport wieder genehmigte, fanden sich gleich wieder 64 Mitglieder zusammen, die in der ersten Versammlung einen komplett neuen Vorstand wählten. Vorsitzender wurde wieder Max Rasche. Der Schießbetrieb wurde im gleichen Jahr mit dem Weihnachtsschießen wieder aufgenommen. Auch das traditionelle Sommerkönigschießen wurde 1951 wieder ins Leben gerufen. 1. Nachkriegskönig wurde Albert Blankenagel, der mit seiner Frau Paula regierte. Da der Hauptkönig im Krieg gefallen war, übernahm Albert Blankenagel das “Schützenkönigreich Tücking” bis zum nächsten großen Schützenfest in treue Obhut.

 

80jähriges Bestehen des Schützenvereins

Bereits 1951 wurde mit großer Begeisterung einstimmig beschlossen, das 80-jährige Bestehen des Schützenvereins mit einem großen Schützen- und Volksfest zu begehen.

Eine Bestandsaufnahme anläßlich des geplanten Schützenfestes ergab, daß die Fahne von 1873 durch die Kriegseinwirkungen stark gelitten hatte. In den Reihen der Damen des Vereins wurde eine Sammlung zur Anschaffung einer neuen Fahne veranstaltet. Diese wurde in den orthopädischen Anstalten Volmarstein, unter Leitung der damaligen Abteilungsleiterin Fräulein Middendorf angefertigt.

Die im Krieg verlorengegangene Königskette und das Königinnendiadem mußten ebenfalls neu beschafft werden. Albert Blankenagel stiftete die neue Königskette, das Diadem wurde von Grete Kleimann gestellt. Träger der neuen Insignien wurden beim großen Schützenfest 1952 Karl Paulmann und Frau Olga.

Zur Jahreshauptversammlung 1954, die im Stadtwaldrestaurant auf dem Kursbrink abgehalten wurde, legte Max Rasche sein Amt als 1. Vorsitzender nun endgültig nieder. Nach einer über 35 jährigen Amtszeit wurde Max Rasche nach seinem Rücktritt als Ehrenvorsitzender gewählt. Sein Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde sein Sohn Fritz Rasche, der die Geschicke des Vereins mit sicherer Hand durch die schwere Zeit der Nachkriegsjahre führte.

 

1958 Das Schützenheim geht wieder in die Obhut der Schützen

Das Schützenheim wurde den Schützen wieder übergeben. Nach einer fast 2-jährigen Zeit der Umbauarbeit, die eine große Anzahl an Schützen geleistet hatte, konnte das Schützenheim wieder als Trainingsstätte genutzt werden. Gegen Ende der 50er Jahre gehörte der Tückinger Schützenverein zu den ersten Vereinen im Kreis, die über eine vollautomatische 50m Kleinkaliberanlage verfügten. Luftgewehr wurde zu dieser Zeit auf den vier im Schützenheim installierten Luftgewehrständen geschossen. Dank der ausgezeichneten Trainingsmöglichkeiten und einer sachkundigen Sportleitung gelang es einer Jugendmannschaft des Tückinger Schützenvereins die Titel des Kreis- und Bezirksmeisters zu erringen. Mitte der 60er Jahre gelang es sogar der Jugendmannschaft, den 5. Platz bei den Landesmeisterschaften zu erringen.

 

1972 100jähriges Bestehen des Schützenvereins

Nach alter Tradition wurde auch zu diesem besonderen Anlaß ein großes Schützen- und Volksfest ausgerichtet. Aufgrund der räumlichen Enge im Schützenheim wurde dieses Fest wiederum in ein Festzelt verlegt, welches in der Geweke aufgestellt wurde. Von Freitag dem 11.08. bis Montag dem 14.08.1972 fanden die Feierlichkeiten statt, wobei der 1. Vorsitzende Fritz Rasche die Königswürde erlangte. In diesem Jahr nahm der Schützenverein Abschied von Orden, Schulterklappen und Rangabzeichen, die einen militärischen Einschlag prägten.

 

1973 Ein Rückschritt im Schießsport

In diesem Jahr wurde die Kleinkaliberschießanlage stillgelegt, da diese den behördlichen Auflagen nicht mehr genügte.

 

1974 Gemeinnützigkeit

Durch Satzungsänderung wurde dem Schützenverein die Gemeinnützigkeit von der Finanzverwaltung zugesprochen. Gleichzeitig mußte der Schützenverein in diesem Jahr 2 Einbrüche beklagen, die einen Verlust von 450,00 DM bedeuteten.

 

1976 Auf zur Neuzeit

Durch Versammlungsbeschluß wurde festgelegt, zukünftig nur noch Sommerschützenfeste durchzuführen, das Hauptkönigschießen wird eingestellt.

Gleichzeitig laufen Vorbereitungen zum Umbau des Schützenheimes und die Errichtung eines neuen Schießstandes. Auslöser hierfür war die Stillegung der alten Schießanlage durch die Polizeibehörde, da diese den behördlichen Anforderungen nicht mehr entsprach. Im Vorfeld liefen Gespräche mit der Familie Most als Grundstückseigentümer, dem Bauamt, dem Schießsachverständigen und diversen weiteren Ämtern. Bereits im Folgejahr wurde ein Plan für den neuen Schießstand vorgelegt und beschlossen. Als Erweiterung für den Umbau wird die Errichtung eines Verbindungstraktes zwischen dem Schützenheim und dem Schießstand beschlossen. Dieser Verbindungstrakt ist den Schützen heute sicherlich eher als Thekenraum bekannt. Schon nach Planvorlage sprach man auf dem Tücking von einem Jahrhundertbauwerk. Bestärkt wurde diese Aussage durch die tatkräftige Mitarbeit einiger Schützenbrüder und -schwestern. So wurde mit einer mitgezeichneten Arbeitszeit von 3858 Stunden der neue Schießstand und der Verbindungstrakt erstellt. Stellvertretend für die vielen fleißigen Helfer seien an dieser Stelle nur Klaus Gorny, Karl Hartmann, Alfred Holtmann, Manfred Kirschke und Ruth Sommer erwähnt. Unter Einbeziehung der freiwillig geleisteten Arbeitsstunden ergeben sich Kosten für die Erstellung von ca. DM 90.000,00 bis zur Einweihung der neuen Anlage 1979. Das Schützenheim erhielt erstmals sanitäre Einrichtungen.

 

1979 Ein denkwürdiges Jahr

In diesem Jahr hält die Emanzipation der Frau auf dem Tücking Einzug. Ab sofort dürfen die Damen auch mit auf den Vogel schießen. Damit einhergehend werden neue Beiträge festgesetzt, Sonderbeiträge für Frauen und Rentner entfallen.

Nach einem viertel Jahrhundert legt Fritz Rasche das Amt des 1. Vorsitzenden nieder und wird zum Ehrenvorsitzenden erklärt. Den Vorsitz übernehmen Peter Moll und Wilhelm Hölmer.

 

Die 80er Jahre

Es wurde beschlossen, das Himmelfahrtsschießen in diesem Jahr größer auszurichten, ein Bier kostete damals 80 Pfennig.

Das 110-jährige Bestehen des Vereins 1982 wurde wieder groß veranstaltet. Diesmal wurde die Feier in der Reithalle des Reitervereins Tücking ausgerichtet. Mit einer 1-wöchigen Vorlaufzeit wird die Reithalle von Schützenbrüdern und Schwestern festtüchtig gemacht. Die Feierlichkeiten begannen am 19.06.82 mit dem Vogelschießen. Abends konnte dann der neue Schützenkönig Alfred Beck mit seiner Frau Elisabeth inthronisiert werden. Am Sonntag dem 20.06.82 folgte dann ein Festumzug mit einer anschließenden Gratulationsfeier in der Reithalle. Da an diesem Tage die Fußballweltmeisterschaftsübertragung des Spiels Deutschland / Chile stattfand, wurde eine Festpause mit Fernseher eingelegt, um anschließend mit einem grünen Abend die Feierlichkeiten zu beenden.

Im Jubiläumsjahr hatte der Verein eine Stärke von 145 Mitgliedern. Die heutige Theke wurde im Verbindungstrakt eingebaut. Im Zuge der Verbesserung der schießsportlichen Gegebenheiten wird der Luftgewehrstand aus dem Schützenheim in den KK-Schießstand integriert und am 12.01.1985 feierlich eröffnet.

Aufgrund der gestiegenen Zahl an Jugendlichen im Verein, erhält die Jugendabteilung im November 1986 ihre Jugendordnung.

Im Folgejahr trägt die Emanzipation der Frauen im Verein Früchte, Bärbel Merschmann errang als erste Frau die Königswürde.

1987 geht das Amt des 1. Vorsitzenden von Peter Moll auf Manfred Kelter über.

Nach Jahren des Neu- und Umbaus des Schützenheimes und der Pflege des Vereinslebens gelang es dem Tückinger Schützenverein neben einer bereits bestehenden Jugendabteilung nun auch wieder eine leistungsfähige Schützenmannschaft und erstmals auch eine Damenmannschaft aufzustellen.

 

1990 Die Jugend schießt den Vogel ab

Nach Mitgliederbeschluß wird in diesem Jahr aufgrund der hohen Zahl an Jugendlichen ein Jugendkönigschießen ins Leben gerufen. Zu diesem besonderen Anlaß wurde der Vogel aus eigenen Reihen selbst gebaut. Unter der Regie von Manfred Kelter wird der Vorbau des Schützenheimes erneuert. Die Damen sorgen mit den Einnahmen aus einem Weihnachtsbasar für die Einrichtung einer modernen Vereinsküche.

 

1996 Generationswechsel

In den Folgejahren wechselt das Amt des Vorsitzenden auf Claus Herzog, der dieses bereits nach 2-jähriger Amtszeit 1996 aus gesundheitlichen Gründen niederlegt. Roger Kirschke wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bemerkenswert ist die junge Vereinsführung, die über die Vorsitzenden bis zum Schriftführer ein Durchschnittsalter von 30 Jahren hat.

Auf Initiative von Heiner Merschmann und unter Mitwirkung von Roger Kirschke gelang es dem Tückinger Schützenverein seit langer Zeit, die Tückinger Vereine zu einem gemeinsamen Fest anzuregen. So fand 1996 eine Maibaumaufstellung in Zusammenarbeit mit dem Gartenbauverein, der Kirchengemeinde Zum Guten Hirten, der freiwilligen Feuerwehr Tücking und dem Reiterverein Tücking statt. Dieses Fest fand ungeahnten Anklang und soll zukünftig wiederholt werden. Die Überschüsse aus dieser Veranstaltung machten eine Spende für soziale Zwecke möglich.

 

1997 125 Jahre Tückinger Schützenverein

Nach 1 1/4 Jahrhundert stellt sich der Tückinger Schützenverein 1872 e.V. im Jubiläumsjahr nach wie vor traditionell dar. Neben den alt hergebrachten Veranstaltungen wie Osterschießen, Himmelfahrtschießen und Weihnachtsschießen wird traditionsgemäß in diesem Jahr wiederum ein großes Schützenfest im Festzelt ausgerichtet. In den letzten Jahren sind zu den Veranstaltungen jedoch auch noch eine Karnevalsfeier und ein Weihnachtsbasar hinzugekommen.

Mit seinen 205 Mitgliedern ist der Tückinger Schützenverein zweitgrößter Schützenverein im Kreis Hagen. So gelang es den aktiven Tückinger Schützen in Vereinsunion bereits 3 Mal in Folge das Stadtbanner zu erringen. Im Laufe der Zeit hat sich die Mitgliederstruktur gewandelt. Heute kann der Tückinger Schützenverein stolz auf seine Jugend blicken, die ein starkes Feld von 35 aktiven Schützen bildet. Stellvertretend für die hervorragenden Leistungen der Jungschützen sei hier Anke Menczyk erwähnt, die im vergangenen Jahr Landesjugendkönigin wurde. Jugendarbeit wird in unseren Reihen heute groß geschrieben. So haben unsere “Kleinen” ein Maskottchen, ihren Franzel, der bereits einen filmreifen Auftritt beim Festumzug des Bürgerschützenfestes anläßlich der 250 Jahrfeier der Stadt Hagen hatte.

 

1998 weiterer Generationswechsel

In diesem Jahr legte Roger Kirschke nach 2-jähriger Amtszeit sein Amt als Vorsitzender nieder. Als neuer Vorsitzender wurde Klaus Garthe gewählt. Auch das Amt des zweiten Vorsitzenden Thomas Ritschel wurde an Wilhelm Hölmer übergeben. Damit wurde die Vereinsführung wieder in die Hände einer älteren Generation zurückgegeben.

Anke Menczyk schrieb zum zweiten Mal Vereinsgeschichte. Sie war die erste Tückinger Sportschützin bei den Deutschen Meisterschaften. Sie wurde nach München eingeladen aufgrund ihrer hervorragenden Ergebnisse im KK-Liegendkampf.

 

1999

 

2000 Das neue Jahrtausend

Am 14.02.2000 trat die revidierte und heute noch gültige Satzung des Tückinger Schützenverein 1872 e. V.  in Kraft. Diese wurde federführend von Manfred Kirschke bearbeitet.

Im Jahr 2002 konnte sich zum zweiten Mal ein Tückinger bei dem Landesjugendkönigschießen durchsetzen. Beim 53. Westfälischen Schützentag in Enningerloh wurde Sebastian Meketzer neuer Landesjugendkönig.  Beim Bundesjugendkönigschießen in Bonn konnte er den 8. Platz erringen. Auf Grund der Einführung des Liga-Systems im Sportjahr 2002 kam es dazu, dass die besten „freihand“ Luftgewehr Schützinnen und Schützen für andere Vereine antraten. Durch die fehlenden Möglichkeiten im Tückinger Schützenverein war das Aufstellen einer Mannschaft leider nicht möglich.

Im Jahr 2007 feierte die Interessengemeinschaft der Hasper Schützenvereine unter Federführung des SV Homberger Höh e.V. ihr 50-jähriges Bestehen mit zahlreichen Ehrengästen in der Schützenburg (Westerbauer).

Der Schützenverein Homburger Höh e.V. 1955 wurde im Jahr 2009 aufgelöst. Auch der Tückinger Schützenverein 1872 e.V. hat genauso wie alle anderen Schützenvereine mit einem Rückgang der Mitgliederzahl zu kämpfen. Nach dem niedrigsten Mitgliederstand seit 1991 (128 Mitglieder) im Jahr 2009 (136 Mitglieder) konnte die Mitgliederzahl in den letzten Jahren wieder durch intensive Arbeit erhöht werden. Auch der deutsche Schützenbund hat eine Kampagne gestartet um dem Mitgliederschwund gegen zu wirken.

Im Rahmen der Bezirksdeligiertenversammlung am 11.09.2011 in Iserlohn wurde Wilhelm Hölmer als erster Tückinger mit der Kölner Medaille ausgezeichnet. Die Ehrung führte der Präsident des Westfälischen Schützenbund Klaus Stallmann zusammen mit der Bezirksvorsitzenden Susanne Zappe durch. Mit der „Kölner Medaille am schwarz-weiß-grünen Band“ werden besonders verdiente Mitglieder ausgezeichnet, die älter als 65 Jahre sind und die langjährig aktiv im Schützenwesen tätig sind.

Im Sportjahr 2011 konnte sich Renate Opitz als erste Tückinger Seniorin für die Deutschen Meisterschaften in Hannover qualifizieren. In der Disziplin KK-Auflage konnte sie dort mit 288 Ringen den 31. Rang erringen.

 

2001

 

2009

 

2012 140 Jahre Tückinger Schützenverein

Ein 140ster Geburtstag ist kein Jubiläum! Diese Diskussion konnte man beim Tückinger Schützenverein 1872 e.V. in den diesen Monaten häufig hören. Bis zur Jahreshauptversammlung im März 2012 war auch noch gar nicht abzusehen, dass dieser 140ste Geburtstag groß gefeiert wird. Erst zu diesem Zeitpunkt beschloss die Mitgliederversammlung ein großes Schützenfest durchzuführen. Ein Festausschuss wurde daraufhin sofort gebildet. Dieser musste in der recht sportlichen Zeit von nur 5 Monaten diese Veranstaltung planen und alles auf den Weg bringen. So wurde z.B. ein Festzelt mit der Größe von 525 m2 angemietet und eine für diese Veranstaltung angemessenen Band gesucht und mit der Tequila-Sunrise-Band auch gefunden. Alle freuten sich nun darauf, dass auf dem Tücking seit bereits schon 15 Jahren, wieder ein großes Schützenfest in alter Tradition veranstaltet wird.

Mit seinen 157 Mitgliedern ist der Tückinger Schützenverein 1872 e.V. in diesem Jahr der auch wieder der zweit größte Schützenverein im Schützenkreis Hagen.

Pünktlich zu diesem Geburtstag zeigt der Tückinger Schützenverein 1872 e.V., dass er auch sportlich noch einiges zu bieten hat und nicht „zum alten Eisen“ gehört. In diesem Jahr stellte der Verein erstmalig eine Bezirksliga-Mannschaft „freihand“ Luftgewehr in der Schützenklasse auf. In der ersten Tückinger Bezirksliga-Mannschaft schossen Vanessa Klempt, Katharina Köhler, Sascha Pötzsch, Marion Skorzinski, Marc Kraeling, Anke Kraeling, Susanne Nieland, Sabrina Garthe, Christian Brechtmann sowie Mannschafts-gründerin,-teamleiterin und „gute Seele“ Heidi-Sonja Moritz-Krause.

2013-2015 Jung und Alt

In den Jahren 2013-2015 stellte sich der Vorstand des Tückinger SV neu auf und vollziehte einen teilweisen Generationswechsel. Bei der Jahreshauptversammlung im März 2013 wurde Christian Thonfeld zum neuen 1. Kassierer gewählt und löste damit Ulrich Domke ab, welcher das Amt seit einigen Jahren inne hatte. Im Rahmen der Bezirksdelegiertentagung des Schützenbezirkes Mark erhielt dieser am 15.09.2014 für sein Engagement im Kreis Hagen und im Verein das Ehrenzeichen in Silber des WSB. Im Jahr 2015 übernimmt Alexander Sieg das Amt des 1.Vorsitzenden von Klaus Garthe, welcher sich nach 17-jähriger Amtszeit nun Ehrenvorsitzender des Tückinger Schützenvereins nennen darf.

Auf den Posten des engeren Vorstands finden sich somit im Jahr 2015 jeweils „junge“ sowie erfahrene Vorstandmitglieder.  Der neue, engere Vorstand setzt sich in diesem Jahr wie folgt zusammen:

1,0 Vorsitzender

Alexander Sieg

1,1 Vorsitzender

Michael Jung

1,2 Vorsitzender

Rainer Schmalenbach

2,0 Kassierer

Christian Thonfeld

2,1 Kassiererin

Erika Meketzer

2,2 Kassierer

Dieter Meketzer

3,0 Schriftführer

Sebastian Klempt

3,1 Schriftführerin

Margit Klempt

4,0 Sportleiter

Ralf Schewelies

4,1 Sportleiterin

Meike Sieg

4,2 Sportleiter

Christian Brechtmann

5,0 Jugendleiter

Ralf Menczyk

5,1 Jugendleiterin

Katharina Thonfeld

5,2 Jugendleiter

Marc Kraeling

Bemerkenswert ist auch, dass seit langer Zeit mal wieder alle 38 Vorstandsposten vergeben sind.

Wie in fast allen Hagener Schützenvereinen stellte sich im Laufe der Zeit auch auf dem Tücking das Nachwuchsproblem ein. Die in den letzten Jahren fast ganz verschwundene Tückinger Jugend aber erlebte einen neuen Aufschwung. Einen Aufschwung der im Sommer 2014 langsam begann. Unter dem Motto „Jugend am Tücking? - Tücking hat Jugend!“ formierte sich nach einigem hin und her eine neue Jugendleitung. Die bereits zuvor als Jugendleitung tätigen Ralf Menczyk und Marc Kraeling bauten mit Unterstützung ihrer ehemaliger Schülerin Katharina Thonfeld (geb. Köhler) innerhalb eines  ¾-jahres eine neue 17 Mann starke Schützenjugend auf. Beim traditionellen Schützenfest traten beim Jugendvogelschießen am  08.08.2015  11 Kinder und Jugendliche gegeneinander an.  Die Jugendschützenkönigin 2014, Carolin Ermert, gab ihr Amt an Mika Grothmann ab, welcher dem Verein  erst eine Woche vor dem Schützenfest mit seinem Vater Jan beitrat und sich mit grade einmal 5 Jahren jüngster Schützenkönig der Vereinsgeschichte nennen darf. Beim Bezirksjugenkönigschießen am 15.08.15 schoss Nick Mlinski den Apfel ab und errang  somit als einziger Schütze aus Hagen ein Pfand.

Die Schüzenkönige dieser Jahre sind:

2013

Sabine Strauß mit Prinzgemahl Michael Westerhoff

Lars Moritz Krause (Jugendkönig)

2014

Meike Sieg mit Prinzgemahl Alexander Sieg

Carolin Ermert (Jugendkönigin)

2015

Ralf Köhler mit seiner Königin Renate Köhler

Mika Grothmann (Jugendkönig)

Horrido!